Ich habe das letzte Jahrzehnt im medizinischen Bereich gearbeitet, 30 Stunden die Woche, mit einer Bezahlung knapp über dem Mindestlohn. Dafür war ich flexibel, wenn meine Tochter krank wurde. Das war sehr wichtig, denn ich war zu dem Zeitpunkt alleinerziehend und hatte hier keine Angehörigen, die einspringen konnten. Vor einiger Zeit bekam ich dann ein absolut traumhaftes Jobangebot mit deutlich besserer Bezahlung – Knackpunkt: Der Job war nur in Vollzeit zu vergeben, und die Hortbetreuung ist in den Ferien auf 8 Stunden gedeckelt. Also mit Fahrtweg nicht umsetzbar. Mein Anliegen habe ich...

Eure Geschichten von Diskriminierung als Eltern, Pflegende, Fürsorgende

Ceylan: Die unsichtbare Benachteiligung von Müttern
Ich bin 45, Mama von drei Kindern, stamme ursprünglich aus Ostdeutschland und habe deshalb nie Unterstützung bei der Carearbeit zB durch die Großeltern erhalten „können“. Aktuell lebe ich in Trennung von einem finanziell und emotional ausbeutenden Ehemann. Ich habe für jedes Kind mangels Betreuungsplätze zwei Jahre in voller Carearbeit zu Hause verbracht (und noch ehrenamtlich einen dreigruppigen privaten Kindergarten mit geleitet) und zwischen den Geburten bzw seit 2016 mit hoher Stundenzahl gearbeitet. Im Beruf wurde ich immer wieder mit Sprüchen wie z.B. „Ihre Beurteilung ist...
Brigitte: Zwischen Kindkrank und Jobdruck
Ich arbeite Vollzeit und habe ein Kind (sechs Jahre, Pflegestufe zwei). Im Januarhat und ein Infektmarathon erwischt. Ich musste morgens um sieben entscheiden, obich mich kindkrank melde oder ohne Absprache im Home Office arbeite. Da meinKollege ebenfalls schon länger krank war, entschied ich mich für das Arbeitenim Home Office. Dies teilte ich allen Vorgesetzten per E-Mail mit, da um dieseZeit noch niemand erreichbar ist. Hinterher wurde mir vorgeworfen, ich würde meine Arbeit um mein Privatlebenherum organisieren und es wurden (arbeitstechtlich nicht haltbare) strengereVorschriften für die...