Komm zum Auftakt-Zoom!

Wir stellen euch die Liga vor und ihr könnt alle Fragen loswerden, die euch unter den Nägeln brennen.
Mi 9.7 20.30-22.00h, Di 22.07 10.30-12.00h, Sa 23.08 10.00-11.30h

Ohne Anmeldung, offen für alle!

Eure Geschichten von Diskriminierung als Eltern, Pflegende, Fürsorgende

Petra: Das Loch in unserem angeblich so sicheren sozialen Netz

27.04.2026 | Finanzen & Altersvorsorge, Recht & Soziales | 0 Kommentare

Meine Geschichte liegt schon länger zurück, inzwischen fast 20 Jahre.
Dennoch finde ich es wichtig, darauf hinzuweisen, da es vermutlich auch heute noch vorkommt:

Als meine Kinder gerade 8, 10 und 12 Jahre alt waren, hat sich ihr Erzeuger von mir getrennt und bald darauf die Scheidung verlangt.
Da ich ahnte, was auf mich zukommt, habe ich dies – so lange es ging – herausgezögert.

Denn er war Beamter und damit waren wir alle Mitglieder in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung und beihilfeberechtigt über seinen Dienstgeber.
Ich war „Hausfrau“ und mit der Pflege und Versorgung der Kinder und des Alltags – wir lebten auf dem Land mit entsprechend schlechter Infrastruktur – gut ausgelastet.

Die Kinder blieben weiter über meinen Exmann versichert und bei mir wohnen.
Ich allerdings musste mich irgendwie wieder gesetzlich versichern, da die private Kasse – mit nun 100%, da ich ja nun ohne Beihilfeanspruch war – für mich unbezahlbar wurde.

Nur kommt niemand ohne Arbeitsstelle (oder andere versicherungspflichtige Versorgung) aus der privaten in die gesetzliche Versicherung rein!

Ich habe dann irgendeine Stelle angenommen, um wieder gesetzlich versichert zu werden.
Die Stelle wurde mir dann – wegen der fehlenden Kinderbetreuung zu der Zeit – sehr schnell gekündigt.

Doch war ich damit endlich wieder in der gesetzlichen Kranken- und Pflegekasse!

Da musste ich dann jedoch von „nix“ den Mindestbeitrag der gesetzlichen Kasse bezahlen.
Ich war ja ohne jedes Einkommen, da ich keinen Anspruch auf andere Unterstützung hatte und nur Unterhalt für die Kinder bekam.
Ohne ein vorhandenes Einkommen wurde ein fiktives Mindesteinkommen als Grundlage genommen.
Das ergab ca. 250 € Beitrag im Monat und damit zumindest deutlich weniger, als die Privatversicherung verlangt hätte…
Wäre ich in irgendeine Form der Sozialabsicherung gefallen, wäre der Beitrag deutlich niedriger gewesen!

Ich habe mich damals an den Petitionsausschuss des Bundestages gewendet und nach langer Zeit die lapidare Antwort erhalten:
Es lohnt sich keine Gesetzesänderung bzw. -anpassung, da es dafür zu wenig Fälle / Betroffene für diesen Spezialfall gibt.

Irgendwie habe ich es geschafft, da durch zu kommen.
Doch ich werde immer an dieses Loch in unserem – angeblich so sicheren – sozialen Netz denken!
Leider habe ich keine Ahnung, ob es inzwischen geschlossen wurde…

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert