Berlin, 8.7.2026 Die Liga für unbezahlte Arbeit (LUA) kritisiert die Pläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien, die Bezugsdauer des Elterngeldes künftig von 14 auf 12 Monate zu verkürzen. Zwar begrüßt die LUA das Ziel, Väter stärker in die Sorgearbeit einzubeziehen. Dieses Ziel darf jedoch nicht durch Kürzungen finanziert werden. Nach den bislang bekannt gewordenen Plänen sollen künftig drei Monate Elterngeld ausschließlich für jeden Elternteil reserviert werden. Gleichzeitig würde sich die Gesamtdauer des Elterngeldbezugs um zwei Monate verkürzen. Hintergrund der Reform sind...
Eure Geschichten von Diskriminierung als Eltern, Pflegende, Fürsorgende
34 Reformpunkte – und keiner entlastet Care-Arbeitende
Die Bundesregierung hat ein Reformpaket vorgelegt, das sie als historischen Aufbruch feiert. Aus Sicht der Liga für unbezahlte Arbeit ist es das Gegenteil: eine vertane Chance, die den Grundfehler unserer Sozialpolitik fortschreibt. Dieses Paket nennt sich Entlastung. Tatsächlich entlastet es vor allem Unternehmen, Verwaltungen und Erwerbsarbeit. Es entlastet nicht diejenigen, die mit unbezahlter Sorgearbeit den Sozialstaat überhaupt am Laufen halten. Erwerbszentrierte Reformlogik "Deutschland flott kriegen" heißt in diesem Paket: Menschen sollen schneller, flexibler und länger dem...
Gesundheitsreform benachteiligt 22 Mio Care-Arbeitende strukturell
LUA kritisiert Warken-Pläne als Gesundheitspolitik für Menschen ohne Sorgeverantwortung Die Liga für unbezahlte Arbeit (LUA) e.V. kritisiert die geplanten Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung scharf. Nach Auffassung der LUA gehen die Vorschläge von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) systematisch an der Lebensrealität von Millionen Menschen vorbei, die Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder andere unbezahlte Care-Arbeit leisten. „Diese Reform tut so, als hätten alle Menschen gleich viel Zeit, Geld und Kraft. Doch wer Fürsorgeverantwortung trägt, lebt unter völlig anderen...
Wenn der Staat spart, zahlen die Familien: LUA zu den geplanten Sozialkürzungen
Berlin, 18. April 2026 Die Liga für unbezahlte Arbeit (LUA) kritisiert die vom Paritätischen Gesamtverband aufgedeckten geheimen Kürzungspläne von Bund, Ländern und Kommunen. Das Arbeitspapier offenbart einen massiven Angriff auf die Rechte von Familien, Kindern und Menschen mit Behinderungen – und damit auch auf diejenigen, die täglich unbezahlte Care-Arbeit leisten. Die geplanten Kürzungen von weit über 8,6 Milliarden Euro sind kein neutraler Sparvorgang, sondern eine bewusste Umverteilung gesellschaftlicher Kosten. Was der Staat einspart, müssen Familien – und insbesondere Frauen – durch...
Offener Brief von 38 Verbänden zur Bürgergeld-Reform
Reform des SGB II darf nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und ihre Fraktionen im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern geplante Verschärfungen bei der Reform des Bürgergelds (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit Kindern treffen. Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die...
Inflationsausgleichsprämie vor dem Bundesarbeitsgericht: Entscheidung zu Benachteiligung von Eltern erwartet
Am Mittwoch, 28. Januar, verhandelt das Bundesarbeitsgericht in Erfurt (Az. 10 AZR 261/24) einen Fall von großer Bedeutung. Julia Frank, langjährige Beschäftigte im öffentlichen Dienst, klagt auf die vollständige Auszahlung der Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 €. Diese Prämie hatte sie während ihrer Elternzeit nicht erhalten. Das Urteil kann bundesweit Auswirkungen haben und klären, ob Eltern künftig besser vor Benachteiligung geschützt werden müssen. Worum es geht: Ausschluss von Eltern trotz steigender Preise Die Inflationsausgleichsprämie (IAP) wurde 2022 eingeführt, um...
Keine Rolle rückwärts: Gleichstellung ist ein wichtiger Baustein für unsere Demokratie
Nach sieben Monaten schwarz-roter Koalition sehen wir mit Sorge, dass die Bundesregierung in verschiedenen Vorhaben und Neuregelungen das Thema Gleichstellung aus den Augen verloren zu haben scheint. Maßnahmen wie die Abschaffung des 8-Stunden-Tages, die Flexibilisierung der Arbeitszeit, Kürzungen beim Bürgergeld oder die geplante Streichung des Pflegegrads 1 wirken nicht abstrakt – sie treffen vor allem diejenigen, die ohnehin mehrfach belastet sind: Frauen, Alleinerziehende, Migrantinnen, geflüchtete Frauen, armutsbetroffene Familien sowie Menschen mit Sorge- und Pflegeverantwortung....
SGB-II-Reform gefährdet Familien: Verbände fordern Nachbesserungen
Mit einem gemeinsamen Appell wenden sich die Liga für unbezahlte Arbeit e. V. (LUA), der Deutsche Juristinnenbund e. V. (djb), das Zukunftsforum Familie e. V. (ZFF), der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV) und die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf) an die Bundesregierung. Die Verbände fordern, dass die geplante Reform des SGB-II die besondere Situation von Menschen mit Fürsorgeverantwortung angemessen berücksichtigt. „Eine nachhaltige Erwerbsintegration braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt, kann nicht...
50 Jahre nach Island: Care-Arbeit gehört ins Grundgesetz
Zum ersten „Tag der pflegenden Eltern“ (koordiniert vom Arbeitskreis pflegender Eltern von wir pflegen e.V.) fordert die Liga für unbezahlte Arbeit (LUA) e. V. den verfassungsrechtlichen und materiellen Schutz von Eltern, Pflegenden und Fürsorgenden. Berlin, 24. Oktober 2025 Vor 50 Jahren legten 90 Prozent der isländischen Frauen ihre Erwerbs- und Sorgearbeit nieder und machten sichtbar: Ohne Fürsorge steht alles still. In Deutschland ist diese Einsicht durchaus angekommen – die rechtliche und finanzielle Absicherung unbezahlter Arbeit aber bleibt dahinter zurück. Was als Frauenstreik...
Care-Pflicht statt Wehrpflicht: Wahre Wehrhaftigkeit entsteht durch Fürsorge
Das neue Wehrdienstmodell der Bundesregierung greift zu kurz. Die Liga für unbezahlte Arbeit schlägt stattdessen einen anderen Weg vor: Eine Care-Pflicht als Voraussetzung für politische Ämter und Führungspositionen – als Fundament echter gesellschaftlicher Wehrhaftigkeit. Wehrhaftigkeit beginnt mit Resilienz und Vertrauen Die Wehrhaftigkeit einer Gesellschaft entsteht nicht primär durch militärische Stärke, sondern durch die Fähigkeit ihrer Bürger*innen, Krisen zu bewältigen, Konflikte zu lösen und Gemeinschaft zu schaffen. Diese Kompetenzen – Resilienz, Frustrationstoleranz, Empathie und...

