Komm zum Auftakt-Zoom!

Wir stellen euch die Liga vor und ihr könnt alle Fragen loswerden, die euch unter den Nägeln brennen.
Mi 9.7 20.30-22.00h, Di 22.07 10.30-12.00h, Sa 23.08 10.00-11.30h

Ohne Anmeldung, offen für alle!

Eure Geschichten von Diskriminierung als Eltern, Pflegende, Fürsorgende

Nina: Ausnutzung im Ehrenamt

10.12.2025 | Beruf & Karriere, Finanzen & Altersvorsorge, Recht & Soziales | 0 Kommentare

Das, was ich erlebe, geht sehr vielen anderen Mitmenschen in ähnliches Situationen auch so – wir sind vernetzt und sprechen drüber.
Das Thema: Ausnutzung im Ehrenamt. Klar, man hat es sich so ausgesucht, das Herz hängt an den Aufgaben, die man mit sehr viel Engagement und oft mit enormen Fachwissen erledigt, weil es sonst niemand tut.
Wenn das Engagement im Hobby/Freizeitbereich ist, kein Thema. Aber wenn man 24/7 damit beschäftigt ist, nicht mehr deswegen einer regulären Arbeit nachgehen kann und man außer warmen Worten nichts für seine Arbeit bekommt, ist das nicht gut. Die Menschen bluten aus, mental und physisch, aber auch finanziell.

So wie bei mir: ich habe einst eine Station für in Not geratene Wildvögel gegründet. Nebenbei, das ging mit der Freiberuflichkeit anfänglich noch recht gut. Nach einem Abstecher mit einem eigenen Verein ist die Station Mitglied bei einer der großen Naturschutzorganisationen geworden. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Station damit auch weiterentwickelt wurde, sie wird jetzt zu einer der größten in Deutschland heranwachsen und vielfältige Aufgaben neben der Rettung von bedrohten Lebenwesen übernehmen.
Leider alles auf ehrenamtlichen Schultern, weil keine Gelder ins Personal außer in Bundesfreiwillige (die auch betreut und geschult werden müssen) investiert werden. Die Satzung sieht das Ehrenamt vor, was aber sehr kurzsichtig ist. Gehälter müssen aus Drittmitteln finanziert werden, die es für diese Sparte aber nicht gibt. Kommunen und Länder geben nichts dazu, halten unsere Arbeit aber hoch.

Diese reichen Naturschutzverbände (und auch andere Organisationen) können sicherlich für einen geregelten Arbeitsvertrag mit Gehalt sorgen; in der eigenen Verwaltung arbeiten ja auch Leute mit Anstellung und Gehalt. Wenn ich in einem Alter, wo ich eigentlich noch als aktiver Arbeitnehmer beruflich unterwegs sein müsste, alles ohne Bezahlung mache, ist die Altersarmut vorprogrammiert. Rentenpunkte wären vielleicht für solche Fälle eine gute Sache, denn Menschen wie ich arbeiten für unsere Gesellschaft. Das Thema muss unbedingt in die öffentliche Diskussion gelangen!
Ich konnte mir den Aufbau der Station, die neben der fachlichen Rettung der Tiere ohne Lobby auch für qualifizierte Umweltbildung sorgt, nur leisten, weil mein Mann gut verdient hat. Meine eigene finanzielle Situation sieht zukünftig nicht so rosig aus.

Ja, ich habe mir das so ausgesucht. Und immer gehofft, dass es irgendwo doch zu einem Gehalt reicht. Wenn man mit so etwas anfängt, kommt man oft so einfach nicht mehr raus, ohne dass die Aufgaben, denen man sich bisher intensiv gewidmet hat, eingeschränkt oder eingestellt werden. Was durchaus einen gesellschaftlichen Verlust darstellen kann.
Vermutlich gehört meine Geschichte nicht ganz in Ihren Fokus. Aber man sollte wissen, dass ich nicht die Einzige bin. Dass überall, wo Ehrenamt draufsteht, auch Menschen hemmungslos ausgenutzt werden. Lassen Sie das in die Öffentlichkeit fließen, dass Ehrenamt auch ggf. unbezahltes hauptberufliches Engagement bedeuten kann.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert