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Positionen

Care-Pflicht statt Wehrpflicht: Wahre Wehrhaftigkeit entsteht durch Fürsorge

28.08.2025

Das neue Wehrdienstmodell der Bundesregierung greift zu kurz. Die Liga für unbezahlte Arbeit schlägt stattdessen einen anderen Weg vor: Eine Care-Pflicht als Voraussetzung für politische Ämter und Führungspositionen – als Fundament echter gesellschaftlicher Wehrhaftigkeit.

Wehrhaftigkeit beginnt mit Resilienz und Vertrauen

Die Wehrhaftigkeit einer Gesellschaft entsteht nicht primär durch militärische Stärke, sondern durch die Fähigkeit ihrer Bürger*innen, Krisen zu bewältigen, Konflikte zu lösen und Gemeinschaft zu schaffen. Diese Kompetenzen – Resilienz, Frustrationstoleranz, Empathie und Vertrauen – werden nicht im Kasernenhof erlernt, sondern durch die tägliche Erfahrung von Fürsorge und Verantwortung.

Wer Verletzlichkeit versteht, geht sorgsamer mit Gewalt um

Ein Care-Pflichtjahr konfrontiert Menschen mit der fundamentalen Verletzlichkeit menschlichen Lebens. Wer erlebt hat, wie ein krankes Kind um jeden Atemzug kämpft, wie ein Mensch mit Demenz seine Erinnerungen verliert oder wie Gewalt Familien zerstört, wird kriegerische Mittel nicht leichtfertig einsetzen. Man lernt

    • Geduld und Ausdauer in schwierigen Situationen
    • Verantwortung für verletzliche Menschen zu übernehmen
    • Konflikte ohne Gewalt zu lösen
    • Die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren
    • Vertrauen aufzubauen und zu erhalten

Diese Fähigkeiten sind die Grundlage einer stabilen, demokratischen Gesellschaft – und damit der beste Schutz vor äußeren wie inneren Bedrohungen.

Care-Pflicht als Qualifikation für Verantwortung

„Wer über das Leben anderer entscheiden will, muss verstehen, was es bedeutet, für andere zu sorgen“, erklärt Jo Lücke, Gründerin der Liga für unbezahlte Arbeit. „Politiker*innen, die von Sorgearbeit maximal entfremdet sind, treffen Entscheidungen über Gesundheitssysteme und Pflegepolitik, ohne die Realität zu kennen. Das muss sich ändern.“

Die Liga für unbezahlte Arbeit schlägt daher vor:

    1. Einführung einer einjährigen Care-Pflicht als Voraussetzung für politische Ämter – von der Kommunalpolitik bis zur Bundesebene.
    2. Care-Pflicht als Voraussetzung für Führungspositionen mit Personalverantwortung in Unternehmen und Organisationen. Wer Menschen führen will, muss gelernt haben, Menschen zu verstehen und zu unterstützen.
    3. Flexible Umsetzung in jedem Lebensalter – wahlweise in Kitas, Pflegeheimen, Behindertenhilfe, Familienzentren oder bei der Unterstützung pflegender Angehöriger. Die Care-Pflicht kann vor dem Amtsantritt oder der Beförderung absolviert werden.
    4. Anerkennung bereits geleisteter Sorgearbeit – wer bereits Kinder großgezogen, Angehörige gepflegt oder beruflich in der Care-Arbeit tätig war, hat diese Qualifikation bereits erworben.
    5. Aufnahme familiärer Fürsorgeverantwortung als Diskriminierungsmerkmal in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes, um die verfassungsrechtliche Grundlage für diese gesellschaftliche Prioritätensetzung zu schaffen.

Führung durch Fürsorge

Die Liga für unbezahlte Arbeit steht nicht für Pazifismus um jeden Preis. Verteidigung ist manchmal notwendig. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen mangelnder Fürsorge in einer Gesellschaft und erhöhter Gewaltbereitschaft. Umgekehrt schaffen Gesellschaften, die Fürsorge wertschätzen und fördern, stabilere, friedlichere Strukturen – und sind damit letztendlich wehrhafter gegen Bedrohungen aller Art.

Die stärkste Verteidigung einer Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die von Menschen geführt wird, die gelernt haben, sich um andere zu kümmern. Deswegen: Care-Pflicht statt Wehrpflicht.


Über die LUA:
Die Liga für unbezahlte Arbeit e.V. ist die erste zentrale Interessenvertretung für alle familiär Sorgearbeitenden in Deutschland. Sie wurde 2025 gegründet und setzt sich für die rechtliche Absicherung und gesellschaftliche Aufwertung von Sorgearbeit ein.

Hinweis für die Redaktion:
Bildmaterial und Hintergrundinformationen finden Sie unter https://lua-carewerkschaft.de/presse/

Kontakt:
Jo Lücke / Franzi Helms
Gründerinnen & Vorstand
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+49 163 683 42 12

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