Berlin, 18. April 2026
Die Liga für unbezahlte Arbeit (LUA) kritisiert die vom Paritätischen Gesamtverband aufgedeckten geheimen Kürzungspläne von Bund, Ländern und Kommunen. Das Arbeitspapier offenbart einen massiven Angriff auf die Rechte von Familien, Kindern und Menschen mit Behinderungen – und damit auch auf diejenigen, die täglich unbezahlte Care-Arbeit leisten.
Die geplanten Kürzungen von weit über 8,6 Milliarden Euro sind kein neutraler Sparvorgang, sondern eine bewusste Umverteilung gesellschaftlicher Kosten. Was der Staat einspart, müssen Familien – und insbesondere Frauen – durch zusätzliche unbezahlte Arbeit kompensieren. Wenn Schulbegleitung gestrichen, das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen eingeschränkt oder der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende gekürzt wird, verschwinden diese Bedarfe nicht einfach. Sie werden privatisiert und landen als zusätzliche Belastung bei denjenigen, die ohnehin schon den Großteil der gesellschaftlich notwendigen Care-Arbeit stemmen.
Besonders perfide ist die geplante Kürzung von einer Milliarde Euro beim Unterhaltsvorschuss. Diese Maßnahme trifft über 800.000 Kinder und ihre Familien direkt und verschärft Kinderarmut. Gleichzeitig werden überwiegend Frauen gezwungen, die entstehenden Lücken durch noch mehr unbezahlte Arbeit zu schließen – bei gleichzeitig reduzierten eigenen Erwerbsmöglichkeiten und damit langfristig geringeren Rentenansprüchen.
Die geplanten Einschnitte bei den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung, die ebenfalls unbezahlt Care-Arbeitende besonders treffen, tragen zusätzlich dazu bei, dass ihr Armutsrisiko wächst.
„Diese Kürzungspläne sind ein Frontalangriff auf alle, die Care-Arbeit leisten“, erklärt Jo Lücke, Gründerin der Liga für unbezahlte Arbeit. „Der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung zurück und bürdet die Kosten denjenigen auf, die bereits jetzt systematisch benachteiligt werden. Das ist nicht nur ungerecht, sondern verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz unseres Grundgesetzes.“
Die systematische Benachteiligung von Menschen mit Fürsorgeverantwortung wird durch die aktuelle Hinterzimmer-Politik weiter verstärkt. Die geplanten Maßnahmen sind nicht nur sozialpolitisch verheerend, sondern auch gefährlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Rückzug der Bundesregierung aus der kollektiven Verantwortung verletzt fundamentale demokratische Werte, ist verfassungsrechtlich bedenklich und erodiert zunehmend die Grundlagen unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens.
Über die Liga für unbezahlte Arbeit
Die Liga für unbezahlte Arbeit (LUA) ist Deutschlands erste gewerkschaftsähnliche Interessenvertretung für alle familiär Care-Arbeitenden. Sie wurde 2025 gegründet und setzt sich für die rechtliche Absicherung und gesellschaftliche Aufwertung von Care-Arbeit ein.
Pressekontakt
Jo Lücke, Gründerin & Vorstand LUA
0163 6834212
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