Die geplante Pflegereform von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verspricht Einsparungen von 11 Milliarden Euro bis 2027. Doch ein genauer Blick auf die Maßnahmen offenbart fatale Denkfehler: Statt das System nachhaltig zu stabilisieren, erzeugen die Kürzungen sich selbst verstärkende Negativkreisläufe.
Wir zeigen euch hier anhand von vier Aspekten, wie die geplanten Einsparungen neue Kosten verursachen – und warum diese Reform keine die Lösung, sondern eine Verschärfung der Pflegekrise bedeutet.
- Verschärfte Begutachtung → weniger Menschen erhalten Pflegeleistungen → informelle Pflege ohne Unterstützung → höhere gesundheitliche Belastung der Pflegenden → weniger präventive Maßnahmen für Erkrankte → höhere Gesundheitskosten
- Kürzung des Pflegegeldes → geringere finanzielle Anerkennung der Pflege → sinkende Bereitschaft zur Pflegeübernahme → vermehrte Inanspruchnahme professioneller (stationärer) Pflege → höhere Kosten für die Pflegeversicherung („Heimsog-Effekt“)
- Kürzung der Rentenbeiträge → geringere Rentenansprüche → erhöhtes Risiko der Altersarmut und Grundsicherungsabhängigkeit → höhere Kosten für Bund und Kommunen
- Geringere Unterstützung → höhere Belastung → mehr Arbeitsausfälle und Frühverrentung → geringere Steuer- und Beitragseinnahmen → höhere Sozialtransferausgaben
Pflegende Angehörige sind Systemretter, keine Sparziele – sie brauchen Stärkung statt Kürzungen. Die LUA fordert: Niemand darf wegen Care-Arbeit benachteiligt werden.
Wir brauchen eine gerechte Finanzierung, die nicht einseitig die Schwächsten belastet, sondern alle gesellschaftlichen Gruppen fair einbezieht.
Die Reform darf Pflegebedürftigkeit nicht kleinreden – bedarfsgerechte Leistungen müssen für alle zugänglich bleiben, die sie benötigen.
Statt kurzfristiger Flickschusterei brauchen wir nachhaltige Lösungen, die den demografischen Wandel ehrlich angehen und eine solidarische Lastenverteilung schaffen.
Die Wahrheit ist: Diese Reform löst keine Probleme, sie verschiebt sie nur.
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